Donnerstag, 16. Februar 2012

Babys schreien lassen...

Wo fange ich an??? Es macht mich sehr traurig und auch ein bißchen wütend, wenn ich von Kursteilnehmerinnen höre, dass ihnen immer noch empfohlen wird ihr Baby auch mal länger schreien zu lassen, nach der Methode "Jedes Kind kann schlafen...".  Das ihnen weiterhin empfohlen wird nachts mit dem Abstillen zu beginnen, bei 6 Monate alten Kindern???

Stelle Dir mal bitte folgende Situation vor... Du bist mit Deinem Kind im Supermarkt und kaufst ein... Du drehst Dich zu Deinem Kind um und es ist WEG... Du beginnst nach ihm zu suchen. Läufst zwischen den Regalen hin und her, rufst nach ihm, schreist, bist verzweifelt... Du kannst es nicht finden! Du hast Angst, schreist und niemand will Dir helfen. Alle um Dich herum ignorieren Dich! Egal wie laut Du schreist... Du bist ganz allein... 
So muß es sich wohl für ein Baby anfühlen. Alleine in seinem Bett in der Dunkelheit...

Wer sein Kind schreien lässt, macht ihm klar, daß seine Bedürfnisse niemanden interessieren!
--------------------------------
 „Schreien lassen?“ Quelle: Braun, Walter: Früher Stress bremst das Gehirnwachstum, in Psychologie heute, Nov. 2004,S. 12
Eine Affenmutter, die ihr Baby schreien lässt,
wird als verhaltensgestört bezeichnet.
(Anonym)
Ein Baby allein zu lassen in seinem Schmerz ist für mich schlicht und ergreifend außerhalb jeder Diskussion. Von den seelischen Auswirkungen des einsamen Schreiens mal abgesehen. Gehen damit natürlich auch körperliche Auswirkungen Hand in Hand. Die Gehirnentwicklung verläuft unter dem Einfluss von Stresshormonen anders als sie es im entspannten Zustand tun würde, der präfrontale Kortex – der Gehirnteil, der für die Sozialentwicklung verantwortlich ist – wird wesentlich beeinflusst durch liebevolle Kontakte und das Gefühl der Sicherheit. Die scheinbar simple Frage, ob ein hilflos schreiendes Baby hochgenommen werden sollte oder nicht ist angesichts dieser Erkenntnisse nicht mehr eine Frage des Erziehungsstils. Unbestrittene Tatsache ist, dass Babys ihren eigenen Stress nicht abbauen können – sie können sich nicht bewusst ablenken, wenn sie erregt sind. In dieser Situation produziert der Hypothalamus Signalstoffe, die zur Ausschüttung des Stresshormons Kortisol führen. In späteren Jahren reagiert das Hirn dann auf Stresssituationen entweder mit hormoneller Überproduktion (Ängste und Depressionen sind die Folge) oder mit Unterversorgung (emotionale Kälte und Aggression)...

Zum Weiterlesen:
--------------------------------
Experten über die beiderseitige Qual des Schreienlassens (...) Dr. Paul M. Fleiss und Frederick Hodges in Sweet Dreams (Lowell House, 2000) sagen folgendes über solche Trainingsprogramme für Babys: Babys und kleine Kinder sind eher emotionale als rationale Wesen. ein Kind kann nicht begreifen, warum Sie seine Rufe nach Hilfe ignorieren. Nicht auf die Schreie Ihres Babys zu reagieren, auch mit der besten Absicht, bedeutet, dass sich Ihr Kind im Stich gelassen fühlt. Babys haben biologische Bedürfnisse, die "Schlafexperten" entweder ignorieren oder verleugnen... 
Die vernünftigste und anteilnehmendste Herangehensweise ist ein sofortiges Reagieren auf das Weinen Ihres Kindes. Vergessen Sie nicht, Sie sind die Eltern. Und Ihrem Kind Sicherheit zu geben ist eine der erfreulichsten Aufgaben der Elternschaft. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass Sie die Macht haben, das Leben Ihres Babys aufzuhellen und Angst und Schmerz von ihm fernzuhalten.
Zum Weiterlesen:
http://www.ferbern.de/rund-ums-ferbern/no-go-ferbern/schreien-lassen-tut-weh.html
--------------------------------


Kontraproduktive Schrei-Strategie 
Studie: Säuglinge weinen zu lassen verstärkt ihr Geschrei
Babys schreien mehr und nicht weniger, wenn ihre Eltern sie weinen lassen anstatt sie zu trösten. Das hat ein britisches Forscherteam in einer Studie mit frisch gebackenen Eltern beobachtet. 
Die Säuglinge, die von ihren Eltern beim ersten Schrei sofort tröstend auf den Arm genommen wurden, weinten dabei um fast die Hälfte weniger als die Kinder, deren Eltern erst nach einiger Zeit auf die Schreie reagierten. 
Die Forscher empfehlen daher, sehr junge Babys bei Bedarf zu trösten, um Häufigkeit und Dauer des Schreiens zu minimieren.
Quelle: http://www.wissenschaft.de/wissen/news/265959.html
--------------------------------
Übersicht zur Entwicklung des kindl. Schalfverhaltens:


Quelle: SEARS, W. 1996: Schlafen und Wachen. Ein Elternbuch für Kindernächte.
 
Liebe euseelia, Vielen Dank für die tollen und mutmachenden Links. ;-)

Kommentare: